Klassisch und modern – Herbststyles „very british“

Klassisch und modern – Herbststyles „very british“

Über Jahrzehnte hinweg galt die klassische englische Herrenmode als beispielhaft. Wer es sich leisten konnte, ließ seine Anzüge in der Londoner Saville Row schneidern. Doch nicht nur förmliche Garderobe florierte hier. Im rauen, ständig nebligen Klima der britischen Inseln entstand ein Look irgendwo zwischen Landhausmode und Freizeit-Schick. Etwas rustikal, vielleicht. Etwas bieder? Möglicherweise. Aber topmodern. Glauben Sie nicht? Dann sehen Sie sich einfach mal auf der Straße und vor allem in den Regalen der Modeschäfte um.

Denn der Country-Style ist zurück. Nur dass es jetzt nicht mehr die gesetzten englischen Gentlemen sind, die im Tweedsakko den Blick über ihre Ländereien schweifen lassen, die Pfeife lässig im Mundwinkel. Gerade der Young-Fashion-Bereich hat in diesem Herbst so viel Anregungen aus der klassischen Herrenmode übernommen wie schon lange nicht mehr. Natürlich zeitgemäß aufgemischt und immer eine Spur rebellisch. Da wird das scheinbar so konservative Tweedsakko ganz unbekümmert zum T-Shirt getragen, kombiniert mit modischen Stonewashed-Jeans.

Das absolute Must-Have diesmal: der Cardigan. Ob schlicht und körpernah oder etwas großzügiger geschnitten mit Kragen und lederüberzogenen Knöpfen. Das ganze natürlich vorzugsweise in herbstlichen Brauntönen und dunklem Grün. In lockerer Arbeitsumgebung eignet der sich übrigens auch perfekt als Sakko-Ersatz. Am besten mit einer angesagt schmalen Krawatte in schlichtem schwarz, oder wenn Sie es noch eine Spur klassischer mögen, im traditionellen Streifen-Design britischer Regimentskrawatten.

In den aktuellen Kollektionen fließt teilweise sogar der britische Schick mit Elementen aus dem noch im letzten Jahr so angesagten Workers-Style zusammen. Da wird die überlange Hose locker umgeschlagen, und die klassischen Hosenträger kommen wieder zu ihrem Recht. Eine gestreifte Anzugweste zu Jeans und Pilotenjacke? Kein Problem.

Nur ein Accessoire hat aus dem vergangenen Sommer überlebt: Ohne Schal läuft nichts. Und zwar nicht, weil es ohne dann doch schon ganz schön kalt werden kann, sondern weil er einfach gut aussieht – locker um den Hals gebunden und herunterhängend, nur nicht im Kragen, das wirkt schnell ein wenig spießig.


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